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Alter Ego

Bildlich und musikalisch versetzen sie uns zunächst in die Zeit der Renaissance und vermischen es mit dem heutigen Zeitgeist der Arbeitswelt. Ein surrealer Übergang wird geschaffen, indem die Models stark geschminkte Gesichter bekommen oder ein komplett rotes Gesicht.

Die Rede ist von Jale Richert und Michele Beil und ihrem gemeinsamen Label Richert Beil. Sie haben zum ersten Mal eine Show für die Berlin Fashionweek gemacht und standardisierte Muster aufgebrochen und mit einer Art Theatershow, welche die Gedankenwelt der Individuen in der heutigen Gesellschaft widerspiegeln soll, sowie die wahre Modewelt präsentieren.

Zu Beginn tragen sie eine Art Tracht und schließlich schwingt es langsam über in Business Anzüge und Oversized Strickjacken und Pullover. Die Zusammenarbeit mit der Juppenwerkstatt Riefensberg, lässt so zwei Couture Looks entstehen. Das zeitlose Design der Arbeitswelt (Anzüge mit klaren Linien) und die der Trachtenwelt. Das interessante jedoch ist die künstlerische Kombination mit den hinzugefügten Details, wie eine große Uhr oder einem rollenden Wagen wie aus der Irrenanstalt. Eines der Models fängt an Geld über den Laufsteg zu werfen und ein anderes fällt beabsichtigt auf den Boden. Auch fällt auf, dass es Menschen wie aus dem Leben gegriffen scheinen. Sie sind wie du und ich, wie wir und ihr. Man fühlt sich teils angezogen, mittendrin und sogar oftmals angesprochen, ja fast identifizierbar. Es ist ein Einblick in unsere heutige Zeit und auch der Einblick in die wahre Modewelt. Junge Labels welche belastet sind von einem Gelddruck (Model wirft Geldscheine) oder die Welt der Fast Fashion Industrie, geringe Qualität von Kleidung und der große Überschuss Gedanke. Dieses demonstrieren sie unter anderem mit einem Model, welches anfängt auf dem Laufsteg zu essen. Das Designer Duo möchte weiterhin damit unterstreichen, dass es kein Körperideal gibt in der Modewelt. Besonders ist ihnen jedoch der Fokus auf Nachhaltigkeit wichtig. Diesen verdeutlichen sie anhand eines Teddybären, welcher während der Show immer wieder sichtbar wird. Kleidung soll für sie kein saisonales Austauschprodukt sein.

 

Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019 Richert Beil - Show - Berlin Fashion Week Autumn/Winter 2019

 

Photos by Stefan Knauer & John Phillips/Getty Images for MBFW

 

 

Von der Muse geküsst

Wir ziehen uns gegenseitig an.
Magie liegt in der Luft, wenn wir beide den Raum betreten. Elektrisierend wirken wir auf stille Betrachter.
Du, von Anmut und Grazie umgeben.
Ich, von Kreativität und dir, der Muse geküsst.
Wir können nur miteinander.
Ohne uns sind wir nichts.
Jeder Sonnenstrahl wird eingefangen um deine Blüten blühen zu lassen. Jede Sekunde wird aufgesogen um Seide um deinen Körper zu drapieren. Ein Meer aus Blumen lasse ich für dich wachsen, damit du mich jeden Morgen aufs Neue küsst. 

..weit weg von jeglicher Schnelllebigkeit und Geschwindigkeit die unsere heutige Lebenszeit wie eine schwarze Wolke überzieht und uns geradewegs in den Stress hinein rasen lässt. Dabei verpassen wir das Schöne und das Besondere am Leben. Die einzigartigen Momente und Erlebnisse. 

Marcel Ostertag bewegt sich fernab dieser Zeit und möchte mit seinen Kollektionen wieder daran erinnern, dass es da noch etwas anderes gibt, als die Geschwindigkeit in unserem Leben, nämlich Zeit für das Schöne und Einzigartige. Für besondere Menschen mit Persönlichkeit die sich ihrer Wirkung auf andere bewusst sind und Haltung zeigen gegenüber Konsum und Nachhaltigkeit. In Ostertags Leben sind es besonders seine Mutter Doris Ostertag und seine Brand Managerin Julia Gockeln. Es sind seine Musen, welche auch die Inspirationsquelle seiner Spring/Summer Kollektion 2019 präsentieren. Wie von einer Muse geküsst, wird Ostertag durch seine Ideen geleitet und vollbringt eine inspirierende Linie voller Farben und Ausdruckskraft. 

Der florale Regenbogen der die Kollektion wie ein roter Faden durchzieht, soll als Zeichen des Aufbruchs, der Veränderung und Frieden stehen. Ein Symbol für Akzeptanz und Toleranz. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren lässt der Designer auch Männer über den Laufsteg laufen, sie sollen das Thema ,,Gemeinsam kämpfen wir in einer Zeit des Aufbruchs“ unterstützen. 

Die Kollektion wird geleitet durch kraftvolle Farben wie Flieder und ein starkes Gelb und Orange. Es soll zarte Persönlichkeiten hervor heben und Ausstrahlung schenken. Zwischendurch sieht man leichtere und weichere Farben wie helle Pflaumenfarben und Rosatöne in Verbindung mit Rüschen, die dem Zarten wieder etwas mehr Selbstbewusstsein verleihen. 

Die Irisblüte wird als Allover-Print in der Linie eingesetzt und zeigt damit eine Hingabe zur Natur und Gelassenheit. Es soll an Frieden und Ruhe erinnern, besonders in Zeiten der Schnelllebigkeit. 

Fotos: Lookbook Marcel Ostertag Muse Spring Summer 2019 – WilkPR

Stella Lavinia | Trails

Eine Designerin die ein Konzept hat, was uns auf Anhieb sympathisch erscheint. Stella Lavinia’s Kollektion beruht auf dem Motto slow fashion. Die Kleidung soll über mehrere Saisons getragen werden. Ein Weg, weg von dem heutigen Stress und Druck. Im August 2016 hat sie ihren Modedesign Abschluss an der Best-Sabel Schule in Berlin gemacht. Die Kollektion Memento Vivere hat den Absolventenpreis gewonnen.

Nun hat sie eine neue Kollektion entworfen. Trails beruht auf alten Kriegsbriefen von ihrem Großvater. Im Jahr 2012 besuchte sie während ihrer USA Reise Huntsville, den Ort an dem ihr Großvater Krieg stationiert und als Architekt tätig war.

Die Designerin beschäftigte sich mit der Zeitepoche und besonders mit der Mode aus den 40er Jahren. Verwendung von Materialien wie Seide, Wolle und Schnittführungen wie Tellerröcke und Morgenmäntel. Sie kreierte und entwickelte eine Kollektion ihrer eigenen Interpretation. Die Kleidung erscheint oftmals sehr ausgefallen, aber trotz allem tragbar.

Stella Lavinia setzt auf Farben, aus Erfahrungen ihrer Kindheit auf Mallorca. Sie verwendet zudem Seide, Wolle und Baumwolle, wichtig sind ihr hochwertige Stoffe. Ihre Kleidung wird in Berlin produziert, von der Idee bis zum fertigem Produkt.

In Kürze wird ein Onlineshop eingerichtet und im Oktober soll ein Pop-Up Store eröffnet werden.

Auf der Fashionweek Berlin hat sie bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen!

 

Photography by Lucas Christiansen

Hair & Makeup by Melissa Righi

 

Change is hard at first | Mykke Hofmann

Es ist ein neues Kapitel des Labels holyGhost. Die zwei Designerinnen Jelena Hofmann und Sedina Halilovic haben sich einen neuen Namen für ihr Label überlegt. Nachdem sie in ihrer gemeinsamen Schulzeit erkannt haben, dass sie beide dasselbe Werte und Modeverständnis aufbringen, gründeten sie holyGhost. Sie teilten eine Ansicht „Was eine Frau trägt, sollte sie nicht nur schön aussehen lassen, sondern ihr Selbstbewusstsein und ihren Charakter unterstützen“

Nachdem sie sich den ersten Herausforderungen eines eigenen Labels stellen mussten, führen sie ihr Unternehmen heute mit sechs Mitarbeitern, einem Store und ihrer eigenen Produktionsstätte in Serbien. Ihr Streben nach hohem Maß an Qualität und fairen Arbeitsbedingungen unterstreichen ihr Label und ihre Arbeit.

Der Name holyGhost unterliegt seit langer Zeit einem großen Rechtsstreit und es schien, als ob die zwei Designerinnen diesen verlieren würden. Also haben sie sich entschlossen mit der Reife ihres Labels und ihrer Erfahrung sich einen neuen Namen für ihr gemeinsames Label zu überlegen. Daraus entstand Mykke Hofmann. Er setzt sich aus Sedinas Spitznamen und Jelenas Nachnamen zusammen. Genau wie ihre Herangehensweise an ihren Kollektionen. Sedinas etwas rebellische und intuitiver Arbeit und Jelenas rationaler und reflektierter Gedanke.

„Wir haben uns ganz bewusst für einen Namen entschieden, hinter dem wir uns nicht verstecken, sondern der aus uns herauskommt“, erklärt Jelena.

Nur der Name bleibt neu, Mykke Hofmann setzt weiterhin dort an, wo holyGhost aufgehört hat. Ihr Grundgedanke und ihre Arbeit bleiben bestehen. Holistische Herangehensweise, cleane Silhouetten verbunden mit fließenden und natürlichen Stoffen.

„Wir bleiben unserer DNA natürlich treu. Der Namensänderung ist aber ein langer Prozess vorangegangen, in dem wir uns auf das besinnt haben, worin wir unsere wirklichen Stärken sehen. Der Kollektionsumfang wurde stark reduziert. Wir ziehen mehr denn je Qualität der Quantität vor und stecken noch mehr Herzblut in Design und Verarbeitung, bis alles perfekt ist“, sagt Sedina.

 

Nun haben sie auf der Berliner Fashionweek ihre erste Kollektion mit ihrem neuen Labelnamen Mykke Hofmann präsentiert. Die Spring | Summer 2018 Kollektion ist geprägt durch clear design, graphic forms und natural colors. Inspiriert hat sie dabei zum einen der spanische Architekt der Postmoderne Ricardo Bofill, der mexikanische Architekt Luis Barragan und Ricardo Legorreta, ebenfalls ein mexikanischer Architekt.

 

Photos Antonia Weber

Édition Flora Steinrohner #mbfwb

Diesmal ist es wieder eine Reise durch die Natürlichkeit der Natur. Eine Welt der Blumen, wie die Biene von Blume zu Blume fliegt, fühlt sich das Publikum beim Anblick der neuen Kollektion Flora von Steinrohner. Schon bei Betreten des Catwalks wird klar, man ist in einer Welt des Blumenmeers gelandet. Es stehen große Vasen mit den buntesten und farbenprächtigsten Blumen am Rande des Catwalks, welche die Show unterstreichen sollen.

Viola, Iris, Tiger Lily und Butterblümchen heißen die verschiedenen Kreationen der Kollektion, passend zum Namen Flora. Der Betrachter schwebt in einer spannenden Fantasieblase zwischen feenhafter Kleidung und intensiven Farben wie gelb oder mal einem Silber dazwischen. Eine Mischung die auch die Blumenwelt verspricht. Aber nicht nur die Farben scheinen interessant, auch die Stoffe. Denn diesmal haben die beiden Designerinnen Inna Stein und Caroline Rohner mal etwas anderes gewagt und mit Plastik gearbeitet. Eine durchscheinende Plastikjacke mit zarten Blumenprints.

Die Kreationen sind so unterschiedlich und doch passen sie zusammen, wie die Welt der Blumen. Sie passen alle zueinander und können doch so verschieden sein. Mal farbenfroh, mal ein zartes leichtes Rosa oder ein helles Weiß, wie die Lilie. So zart wie die Lilie, haben die Beiden die Kreation Tiger Lily kreiert. Ein durchschimmerndes Kleid, mit weißen, abstehenden Lilien versehen. Wie die Lilie, so leicht scheint dieses Kleid über den Catwalk zu schweben und die Blicke auf sich zu ziehen.

 

Wir haben im Anschluss der Show Inna Stein zum Interview getroffen:

://CC Wie würdet ihr eure Kollektion selbst beschreiben?

Steinrohner Unsere neue Kollektion heißt Édition Flora. Inspirieren lassen haben wir uns durch Blumen, besonders durch die Vielfalt der verschiedenen Blumen. Auf das Thema sind wir durch ein Buch gekommen, welches Caroline von ihrem Vater geschenkt bekommen hat. In dem Buch sind alte Lithographien enthalten. Dann haben wir angefangen uns mit Lithographien näher zu beschäftigen und Dingen aus alten Zeiten. Der Aspekt was Altes in etwas Neues umzusetzen. Etwas Modernes zu schaffen aus etwas was schon älter ist. Das mit floralen Themen zu kombinieren. Wir haben ja immer natürliche Inspirationsquellen. Die bleiben immer zeitlos.

://CC Ihr habt euren Kollektionen verschiedene Namen gegeben, wie ist es dazu gekommen? Wie seit ihr darauf gekommen?

Steinrohner Jeder Stoff den wir ausgewählt haben, hat uns an eine andere Blume erinnert. Wie Jasmin, das ganz Plain weiße. Dann hatten wir aber auch Daisy, für den gewobenen Stoff mit den Fransen. Jeder Stoff und die Art diesen zu verarbeiten hat uns an eine Blume erinnert. Und wir benennen unsere Kollektionen immer nach natürlichen Themen.

://CC Und wie habt ihr eure Stoffe diesmal ausgewählt? Da ihr sogar Plastik verwendet habt.

Steinrohner Die Idee ist aus der Kooperation mit den Smartphone Cases entstanden. Wir wollten nicht nur die Cases, sondern auch richtige Teile aus Plastik kreieren. Also Taschen, Accessoires. Dann haben wir überlegt wie man das am besten umsetzen könnte. Ich hab das so in dieser Richtung auch noch nie gesehen.

://CC Wie war das dann mit der Verarbeitung? War das nicht besonders schwer?

Steinrohner Da musste man sehr lange ausprobieren. Das legt sich nicht, wie man das sonst kennt. Man kann das auch nicht nähen, sondern nieten. Dann musste man genau die Millimeter Angaben der Nieten Stärken herausfriemeln. Damit das auch wirklich alles klappt. Auch die Techniken, wir haben da viel mit Papier ausprobiert. Das hat uns wiederum an Blumenformen erinnert. Es gibt ja auch teilweise diese Origami Technik, welche wir mit einfließen lassen haben.

://CC Und zu eurer Kollektion hattet ihr diesmal teils silberne Schuhe mit intensiv gelben Strümpfen.

Steinrohner Das ist für uns ein Natürlich, Unnatürlich Kontrast. Wir finden es immer interessant mit Kontrasten zu arbeiten. Nicht immer ein Thema durchzuarbeiten, sondern auch Brüche zu schaffen. Latex ist ja eher aus der fetisch Branche, damit wollten wir das liebliche, der blumigen Ästhetik auflockern. Ein bisschen aufbrechen und etwas wagen.

://CC Das ist euch gelungen! Wie war eure Zusammenarbeit denn diesmal?

Steinrohner Wir haben sehr viel zusammengearbeitet wieder. Also viel zusammen geplant und eigentlich alles zusammen gemacht.

://CC Hat sich denn viel seit der letzten Fashionweek bei euch verändert?

Steinrohner Wir haben viel Aufmerksamkeit dazu gewonnen, sehr viel neue Fans, die sich jetzt auch etablieren. Neue Läden in Dublin, in der Schweiz und in Italien eröffnet. Daran wollen wir weiterhin anknüpfen.

Photos Michael Wittig

Rebekka Ruétz #mbfwb

Eine Mischung aus Science Fiction und  feminen Schnitten umhüllt uns beim Anblick der neuen Kollektion von Rebekka Ruétz. Aber auch die kräftigen und unterschiedlichen Farben, welche aufeinander treffen ziehen den Betrachter ins seinen Bann. Es ist eine überwältigende Harmonie von so verschiedenen Mustern und Schnitten, die man zuvor nie kombiniert hätte.

Die Designerin hat etwas ganz Neues einzigartiges erschaffen. Weiße und teils bunte Handschuhe, teils geschnürrt bis zum Ellenbogen haben die Kollektion unterstrichen. Als Accessoire gab es Sonnenbrillen in den unterschiedlichsten Formen und Farben, die den teilweise Retro Look erstrahlen lassen haben.

Zu ihrer Kollektion hat sie ein klares Statement gesetzt, indem sie eine reife, ältere Dame über den Laufsteg laufen lassen hat.

Sie ist dafür bekannt, dass sie Stoffe und Materialien verwendet, welche auf der Innenseite der Kleidung die Energiezentren im Körper der Trägerin auf positive Weise stimulieren, was sie auch dieses Mal wieder mit einfließen lassen hat.

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Défilé Brachmann #mbfwb

Man kennt das Label normalerweise als ausschließliches menswear Label. Nun kam die Überraschung! Die Designerin Jennifer Brachmann hat nun zum ersten Mal eine Frauen-Kollektion kreiert. Die neue Frühjahr | Sommer 2018 Pre-Collection zeigt neben der obligaten Männer Kollektion, lange Anzughosen mit Schlag in Grau für Frauen. Kombiniert dazu mal ein schwarzes Top oder eine feine Bluse in Blau. Für die Frauen gab es lange weiße Strümpfe mit weißen hohen Schuhen. Im Kontrast dazu trugen die Männer schwarze Strümpfe mit schwarzen Schuhen. Immer wieder scheint die Inspirationsquelle von der Designerin hervor zu stechen. Bauhaus Style, Contemporary Art und Popular Culture. Ein unverkennbares Merkmal des Labels liegt auf dem Minimalismus, welcher auch dieser wieder deutlich die Kollektion unterstreicht. Schlichte Farben in Schwarz, Grau und Weiß. Dazu einfach gehaltene Schnitte.  Das warten hat nun ein Ende und die Capsule Collection Women ist da!

Photo by Andreas Rentz/Getty Images for DER BERLINER MODE SALON

Ivanman #mbfwb

Intensives Blau, gemischt mit tiefem Schwarz. Das sind wohl die Farben die in der neuen Frühjahr/Sommer Kollektion 2018 von Ivanman klar hervorstechen.

Inspiriert wurde der Designer Ivan Mandzukic diesmal vom Aktionskünstler Joseph Beuys. Die für Beuys typische Weste kombiniert mit der klassischen Arbeitskleidung. Kunst und Arbeitskleidung harmoniert mit Schnürungen in einem Gelb oder Grün und den praktischen Taschen.

Ein Zusammenspiel, welches den Betrachter nicht an Aufmerksamkeit verlieren lässt. Ein sommerlicher Look und doch vereinzelt die typischen Ivanman Oversized Jacken und Mäntel in den Farben Schwarz und Blau. Trotz neuer Ideen, bleibt Ivanman auch in dieser Kollektion seinen alten Mustern wieder treu und schafft eine beeindruckende Mischung zwischen alt und neu.

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

Photos KOWA BERLIN

 

Insight #Mbfwb

Marcel Ostertag

“Revolution – MY REVOLUTION IS YOUR REVOLUTION.
DRIVEN BY CHANGE.
WHIPPED UP FROM FAR AWAY WITHOUT FORGETTING ORIGIN AND HOME.
A PATH THROUGH BRAMBLES AND CLEARINGS OVERGROWN WITH MOSS,
SHORTLY BEFORE THE HORIZON,
WHERE URBAN CONCRETE FORMATIONS SEEM COOL YET INVITING,
I SEE HER STANDING.
THE STRONG AND WONDERFUL THISTLE.
THE DOOR FROM FROM NATURE TO CITY IS OFTEN NOT EASY TO PASS.
TO DARE TO STEP OUT,
TO WALK ON WITHOUT FORGETTING TO LOOK AT
WHAT YOU HAVE LEFT BEHIND.
PROUD OF THE PAST, ALERT TOWARDS THE FUTURE.
MY REVOLUTION IS THE REVOLUTION OF FASHION.
TO CREATE THE VISIBLE AND STRONG FROM THE UNKNOWN.
GET UP, YOU STRONG AND WONDERFUL CREATURES
AND SHOW THE UNIFORM YOUR FIST.
FIGHT AGAINST BEING THE SAME AND REVOLUTIONISE YOURSELVES
WITH YOUR COURAGE AND YOUR PERSONALITY.
THE TIME HAS COME TO FINALLY BE WHO YOU HAVE ALWAYS BEEN:
YOURSELF. “

Die Models laufen fast in Zeitlupe über den Runway und präsentieren wunderschöne zarte Rüschenelemente, sowie lange Strickkleider kombiniert mit Sneakern. Doch vielmehr ist es diesmal der Gedankengang hinter seiner Kollektion, der wohl Alle berührt hat. ,,Ich möchte, dass wir uns ALLE mehr Zeit nehmen, bei allem was wir heute tun, sind wir zu schnell! Viel zu schnell. Ich mache da nicht mehr mit.“ Wahre Worte, die schon längst jemand hätte aussprechen sollen. Marcel Ostertag´s Kollektion kann man ab sofort nur noch kaufen, wenn man sie auch braucht und nicht direkt nach der Show. Er will ein Zeichen gegen Fast Fashion setzen. Seine Kollektion hat er in der Natur fotografieren lassen. Umgeben von Bäumen, Wasser und Gras. Die Bilder strahlen Ruhe und unglaubliche Schönheit aus. Sie spiegeln seine Worte deutlich wider: ,,Wir sollten uns mehr Zeit nehmen!“

Leonie Mergen

Inspiriert durch die Kultur Aserbaidschans, umgesetzt in weitfallenden Mäntel, charakteristische Ausschnitte und Accessoires aus Leder, welche an die Reittradition des Landes erinnern. Weiterhin findet man Seide, welche hochwertig eingearbeitet wurde in die schwarzen und weißen Stoffe. Die feinen und auch ausdrucksstarken Gürtel verleihen der Kleidung dabei den Hauch des Kulturerbes. „Karabakh Collection“ heißt ihre neue Kollektion und findet ihren Ursprung in der Bergkarabach- Region.

Ivanman

Ivan Mandzukic lässt den Betrachter einen Einblick in den Entstehungsprozess einer Kollektion gewähren. Seine Kollektion ist fertig und zugleich unfertig. Schnittmuster sind auf Jacken und Hosen gezeichnet, sowie Fäden welche noch unbeholfen an Pullovern herunterhängen. In Form von eingezeichneten farbigen Linien, die Anweisungen für Verarbeitungsschritte aufzeigen, wird der Schaffensprozess wegweisend visualisiert. Oversized Daunenmäntel in schwarz und weiß sind ein starker Kontrast zu den lilafarbenen Anzughosen und Pullovern. Die neue Kollektion widmet sich dem Zeitgeist und bleibt trotzdem dem unverwechselbaren IVANMAN Stil treu: Klare, einfache Linien im Zusammenspiel mit aufwändigen Details und kräftigen Farben.

Philomena Zanetti

Die Idee, der erste Entwurf und die Kreation gehen Hand in Hand mit der Kunst des Handwerks. Mit jedem Nadelstich, jeder von Hand geschlossenen Naht, jedem fertigen Kleidungsstück, werden Tradition und Gegenwart  miteinander verflochten.

Klassische Silhouetten werden durch feine und dezent eingesetzte Details ergänzt. Die Hingabe für ausser- und ungewöhnliche Materialien und die minutiöse Ausarbeitung lassen einen Blick unter die Oberfläche einer zuweilen verborgenen Fantasiewelt zu. Die Liebe und Wertschätzung des traditionellen Handwerkes erfährt hierbei mittels alt hergebrachter und neuartiger Techniken die Transformation in die technisierte Gegenwart. Die kräftige, dunkle Farbpalette greift die Manifestation der Fantasie in der Realität, mit Hilfe des Handwerkes als Erzählmedium, gleichsam auf und lädt die Trägerin zum Träumen ein.

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Bon Parinya Wongwannawat

Dorothee Schumacher

Der Ursprung ihrer Eleganz ist ihre weibliche Intuition. Für sie ist Schönheit Freiheit. Alles ist Gefühl. Sophistication? Eine Symbiose aus Gegensätzen: Aus Streetwear, classic Tailoring und Modern Tribal Elementen entsteht ein neues Selbstverständnis.

Der Kontrast sind Long and Lean Cuts von Kleidern und Röcken, asymmetrische, fließende Saumlinien wirken spielerisch unaufgeregt. Stilbestimmend: Layering definiert die Silhouette.

Das Mantra für die neue Outerwear: Animalistic Modernism. Unterschiedliche Fellstrukturen, rough gepatcht, gewalkte Wolle, Lack und Jacquard sind die Basic für oversized Coats und kurze Jackets. #AMODERNTRIBE

Sadak

Die neue Kollektion von Sasa Kovacevic ist eine Zusammenarbeit mit HRH Prince Fahad Bin Al Saud und präsentiert wieder einmal typisierende Merkmale von Sadak. Oversized Hemden in Rot, Blau, Braun und Schwarz mit eingenähten Mustern in Schwarz und Weiß. Doch er schafft es den Betrachter wieder zu verblüffen, durch Hautfarbene und schwarze Netz Kappen, welche den gesamten Kopf umhüllen und verziert sind, mit dem typischen Sadakmuster. Zudem wird ab und zu etwas mehr Haut gezeigt, wie ein rückenfreies Jackett kombiniert mit einem längeren schwarzen Rock und weißen Socken. Aber auch durch die Netzhemden welche versteckt sind unter einer Art Schürze.

Holy Ghost

Es sind widerkehrende Blautöne, welche sich in Jacken, Kleidern oder weich fallenden Hemden widerfinden. Begleitend gibt es zarte Hosen aus Tüll oder einen durch Muster blickdurchlässigen Rock. Zudem sind es weiße Hemden mit schwarzen Punkten, welche sich auf Röcken, Hosen und Hemden befinden. Der mit Blumen verzierte Overall veranschaulicht einen Kontrast zu den sonstigen zarten Farben wie Weiß, Hellblau oder auch Khaki. Sous le Soleil heißt die Spring/Summer 2017 Kollektion von Holy Ghost.

 

 

Dawid Tomaszewski X Patrizia Aryton

Postmodern und minimalistisch, feminin und unisex verwoben in qualitativen Stoffen und Farben inspiriert von Marrakesch. Ein rotes Samtkleid welches sich zart an die weibliche Silhouette schmiegt und ein gelber Jacquard Suit, der eine kraftvolle Ausstrahlung verkörpert. Diese Kollektion ist eine Kooperation zwischen dem polnischen Ausnahmetalent Dawid Tomaszewski und dem polnischen Luxuslabel Patrizia Aryton, welches auf der Berliner Fashionweek präsentiert wurde.

27 atemberaubende Looks schweben über den Laufsteg und verzaubern durch außergewöhnliche Schnitte und der kraftvollen und zugleich femininen Ausstrahlung das Publikum mit der Intention dahinter Frauen glücklich zu machen. Es ist etwas Großes, etwas Besonderes und vor allem etwas Einzigartiges!

Wir haben Dawid Tomaszewski vor der Show zum Interview getroffen:

://CC Wie würden Sie Ihre Kollektion selbst beschreiben? Sie haben in Ihren Kollektionen immer einen Kunstaspekt der Sie begleitet, ist es diesmal wieder so?

D.T. Aryton hat mich gefragt ob ich eine Capsule Collection für sie mache, mit meinem Know-how und da spielen alle meine verwendeten Elemente aus der Vergangenheit eine Rolle. Wir haben ein bisschen Marrakesch, wir haben Bauhaus, alles was ich liebe! Besonders haben wir tolle Schnitte, der ganz typische Dawid Tomaszewski Schnitt und so viele ,,krass geile“ Mäntel, wenn ich das sagen darf. Ich würde sagen, ein bisschen 80er Jahre Yves Saint Laurent und Marrakesch colours. Neulich war ich sogar in der Villa von Yves Saint Laurent und da gab es so viele tolle Wände und Farben, was wir dann letztendlich in den Stoffen umgesetzt haben. Alles was ich jeden Tag so sehe, wie Streifen, blocking, Bauhaus ist dabei, sowie Military-Style. Zusammenfassend gesagt cross-over Dawid Tomaszewski verbunden mit Aryton.

://CC Wow! Wir sind schon jetzt begeistert, obwohl wir die Show noch nicht gesehen haben! Sie haben bereits für Sonia Rykiel und Comme de Garçons gearbeitet, beeinflussen Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit Ihre heutige Arbeit?

D.T. Oh das ist schon so lange her. Am Anfang habe ich gedacht, dass ich nie die Fehler machen werde, die dort gemacht wurden, auch bezogen auf Praktika die ich gemacht habe. Aber in den vergangen acht Jahren, habe ich genau diese Fehler getan, die ich eigentlich vermeiden wollte. Es ist halt so, man denkt man wäre intelligenter, dann fällt man hin und letztendlich lernt man daraus. Ich habe mein eigenes Label nun seit acht Jahren und bin einfach froh, dass ich überlebt habe. Ich kann weiter wachsen und so viele tolle Projekte angehen, wie diese mit Aryton. Man lernt jeden Tag erneut dazu! Besonders lerne ich so viel von meinen Kollegen, wir tauschen uns aus und dadurch kann man sehen, dass man nie fertig ist.

://CC Wahre Worte! Hatten Sie die Gründung Ihres eigenen Labels eigentlich schon immer vor Augen oder gab es einen besonderen Aspekt in Ihrem Leben, der dazu geführt hat?

D.T. Ich habe damals ein paar Nahpreise gewonnen, ab da habe ich gedacht, okay ich mache das! Eigentlich war es zunächst als Projekt gedacht und acht Jahre später stehe ich nun immer noch hier. Die Zeit vergeht so schnell.. Man macht es und macht es und macht es und es geht immer weiter.

://CC Würden Sie sagen, dass sich seitdem viel verändert hat?

D.T. Auf jeden Fall! Wenn es keine Steigerung oder Veränderungen geben würde, dann würde ich aufhören. Man muss sich immer wieder neu finden.

://CC Wenn Sie sehen, wo Sie heute stehen und zurückblicken auf Ihren Anfang, würden Sie Ihrem alten Ich einen Ratschlag geben?

D.T. Ja und zwar entspannter sein! Ich war so oft in der vergangen Zeit angespannt, verbissen und unnahbar. Jetzt bin ich ganz anders, aber es musste so sein! Man lernt einfach nie aus.

://CC Da haben Sie Recht, nur durch gesammelte Erfahrungen kommt man weiter und kann wachsen. Haben Sie denn eine absolute Traumvorstellung wo Sie noch mit Ihren Kollektionen hin möchten?

D.T. Wenn ich das sagen würde, wäre es kein Traum mehr. Es gibt so viele! Aber mein nächstes Projekt wird erst einmal Homewear sein. Ich bin gespannt, wie das wird. Der Rest meiner Träume, mal kieken, behalte ich erst einmal lieber für mich.

://CC Wie wahr, Träume gehen nur in Erfüllung, wenn man sie für sich selbst behält. Wir freuen uns auf Ihre gemeinsame Show mit Patrizia Aryton und das wir Sie treffen durften!

D.T. Danke euch! Ich freue mich auch schon sehr auf die Show und bin gespannt!