Berlin Fashionweek

Von der Muse geküsst

Wir ziehen uns gegenseitig an.
Magie liegt in der Luft, wenn wir beide den Raum betreten. Elektrisierend wirken wir auf stille Betrachter.
Du, von Anmut und Grazie umgeben.
Ich, von Kreativität und dir, der Muse geküsst.
Wir können nur miteinander.
Ohne uns sind wir nichts.
Jeder Sonnenstrahl wird eingefangen um deine Blüten blühen zu lassen. Jede Sekunde wird aufgesogen um Seide um deinen Körper zu drapieren. Ein Meer aus Blumen lasse ich für dich wachsen, damit du mich jeden Morgen aufs Neue küsst. 

..weit weg von jeglicher Schnelllebigkeit und Geschwindigkeit die unsere heutige Lebenszeit wie eine schwarze Wolke überzieht und uns geradewegs in den Stress hinein rasen lässt. Dabei verpassen wir das Schöne und das Besondere am Leben. Die einzigartigen Momente und Erlebnisse. 

Marcel Ostertag bewegt sich fernab dieser Zeit und möchte mit seinen Kollektionen wieder daran erinnern, dass es da noch etwas anderes gibt, als die Geschwindigkeit in unserem Leben, nämlich Zeit für das Schöne und Einzigartige. Für besondere Menschen mit Persönlichkeit die sich ihrer Wirkung auf andere bewusst sind und Haltung zeigen gegenüber Konsum und Nachhaltigkeit. In Ostertags Leben sind es besonders seine Mutter Doris Ostertag und seine Brand Managerin Julia Gockeln. Es sind seine Musen, welche auch die Inspirationsquelle seiner Spring/Summer Kollektion 2019 präsentieren. Wie von einer Muse geküsst, wird Ostertag durch seine Ideen geleitet und vollbringt eine inspirierende Linie voller Farben und Ausdruckskraft. 

Der florale Regenbogen der die Kollektion wie ein roter Faden durchzieht, soll als Zeichen des Aufbruchs, der Veränderung und Frieden stehen. Ein Symbol für Akzeptanz und Toleranz. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren lässt der Designer auch Männer über den Laufsteg laufen, sie sollen das Thema ,,Gemeinsam kämpfen wir in einer Zeit des Aufbruchs“ unterstützen. 

Die Kollektion wird geleitet durch kraftvolle Farben wie Flieder und ein starkes Gelb und Orange. Es soll zarte Persönlichkeiten hervor heben und Ausstrahlung schenken. Zwischendurch sieht man leichtere und weichere Farben wie helle Pflaumenfarben und Rosatöne in Verbindung mit Rüschen, die dem Zarten wieder etwas mehr Selbstbewusstsein verleihen. 

Die Irisblüte wird als Allover-Print in der Linie eingesetzt und zeigt damit eine Hingabe zur Natur und Gelassenheit. Es soll an Frieden und Ruhe erinnern, besonders in Zeiten der Schnelllebigkeit. 

Fotos: Lookbook Marcel Ostertag Muse Spring Summer 2019 – WilkPR

Opium – Eine Hommage an Yves Saint Laurent

Meine Ode an die Mode:
Der Geruch von intensivem Moschus legt sich wie ein Schleier auf den purpurnen Kleidern ab. Wie ein stiller Begleiter. Durch Rauchschwaden tanzen wir von Raum zu Raum. Tiefer und dunkler hinein in den Strudel des Genusses. Zeit ist ein Teil von uns.
Weil wir und das, was wir tragen, zeitlos ist.
Gestern, heute und morgen werden wir tanzen.
Opulenz gehört zu uns wie klassische Eleganz.
Schwerer Samt lässt uns Bodenhaftung spüren.
Du lächelst verrucht, so wie die Mohnblume.
Die Zweideutigkeit unserer Liaison lässt meinen Puls höher schlagen. Ich bin süchtig. Süchtig nach Mode.
Und dir.

Der Designer Marcel Ostertag schickt wieder einmal mit seiner neuen Kollektion einen Appell an uns alle-wir sollten uns mehr Zeit nehmen und diese kann man besonders mit Mode vereinen. Es ist der Genuss von Mode und die verbundene Sucht, welche aus dem Konsum strömt und uns leiten soll. Zeit nehmen den Stoff eines Kleidungsstück zu spüren, es anzusehen und sogar zu riechen. Alle Sinne sind gefragt.

Seine neue Kollektion Opium ist eine Hommage an Yves Saint Laurents Lebenswerk. Rauschende Feste und glamouröse Inszenierungen dienten als perfekte Inspiration für die Linie. Der Name angelehnt an Yves Saint Laurents opulenten Duft.

Es sind die Details mit denen er uns verführt-eine orangene Schnalle befestigt an einem Seidenkleid. Es sind die Stoffe die uns in den Bann ziehen-ein Pelzmantel in Kontrast zu einem hauchdünnen zarten Kleid. Es ist die Freizügigkeit mit der uns hilft loszulassen und uns in der Zeit schwelgen lässt-ein durchsichtiges schwarzes langes Kleid, bestickt mit schwarzen kleinen Perlen.

Photos by Frazer Harrison/Getty Images for Marcel Ostertag
Wilk-PR

 

Change is hard at first | Mykke Hofmann

Es ist ein neues Kapitel des Labels holyGhost. Die zwei Designerinnen Jelena Hofmann und Sedina Halilovic haben sich einen neuen Namen für ihr Label überlegt. Nachdem sie in ihrer gemeinsamen Schulzeit erkannt haben, dass sie beide dasselbe Werte und Modeverständnis aufbringen, gründeten sie holyGhost. Sie teilten eine Ansicht „Was eine Frau trägt, sollte sie nicht nur schön aussehen lassen, sondern ihr Selbstbewusstsein und ihren Charakter unterstützen“

Nachdem sie sich den ersten Herausforderungen eines eigenen Labels stellen mussten, führen sie ihr Unternehmen heute mit sechs Mitarbeitern, einem Store und ihrer eigenen Produktionsstätte in Serbien. Ihr Streben nach hohem Maß an Qualität und fairen Arbeitsbedingungen unterstreichen ihr Label und ihre Arbeit.

Der Name holyGhost unterliegt seit langer Zeit einem großen Rechtsstreit und es schien, als ob die zwei Designerinnen diesen verlieren würden. Also haben sie sich entschlossen mit der Reife ihres Labels und ihrer Erfahrung sich einen neuen Namen für ihr gemeinsames Label zu überlegen. Daraus entstand Mykke Hofmann. Er setzt sich aus Sedinas Spitznamen und Jelenas Nachnamen zusammen. Genau wie ihre Herangehensweise an ihren Kollektionen. Sedinas etwas rebellische und intuitiver Arbeit und Jelenas rationaler und reflektierter Gedanke.

„Wir haben uns ganz bewusst für einen Namen entschieden, hinter dem wir uns nicht verstecken, sondern der aus uns herauskommt“, erklärt Jelena.

Nur der Name bleibt neu, Mykke Hofmann setzt weiterhin dort an, wo holyGhost aufgehört hat. Ihr Grundgedanke und ihre Arbeit bleiben bestehen. Holistische Herangehensweise, cleane Silhouetten verbunden mit fließenden und natürlichen Stoffen.

„Wir bleiben unserer DNA natürlich treu. Der Namensänderung ist aber ein langer Prozess vorangegangen, in dem wir uns auf das besinnt haben, worin wir unsere wirklichen Stärken sehen. Der Kollektionsumfang wurde stark reduziert. Wir ziehen mehr denn je Qualität der Quantität vor und stecken noch mehr Herzblut in Design und Verarbeitung, bis alles perfekt ist“, sagt Sedina.

 

Nun haben sie auf der Berliner Fashionweek ihre erste Kollektion mit ihrem neuen Labelnamen Mykke Hofmann präsentiert. Die Spring | Summer 2018 Kollektion ist geprägt durch clear design, graphic forms und natural colors. Inspiriert hat sie dabei zum einen der spanische Architekt der Postmoderne Ricardo Bofill, der mexikanische Architekt Luis Barragan und Ricardo Legorreta, ebenfalls ein mexikanischer Architekt.

 

Photos Antonia Weber

Défilé Brachmann #mbfwb

Man kennt das Label normalerweise als ausschließliches menswear Label. Nun kam die Überraschung! Die Designerin Jennifer Brachmann hat nun zum ersten Mal eine Frauen-Kollektion kreiert. Die neue Frühjahr | Sommer 2018 Pre-Collection zeigt neben der obligaten Männer Kollektion, lange Anzughosen mit Schlag in Grau für Frauen. Kombiniert dazu mal ein schwarzes Top oder eine feine Bluse in Blau. Für die Frauen gab es lange weiße Strümpfe mit weißen hohen Schuhen. Im Kontrast dazu trugen die Männer schwarze Strümpfe mit schwarzen Schuhen. Immer wieder scheint die Inspirationsquelle von der Designerin hervor zu stechen. Bauhaus Style, Contemporary Art und Popular Culture. Ein unverkennbares Merkmal des Labels liegt auf dem Minimalismus, welcher auch dieser wieder deutlich die Kollektion unterstreicht. Schlichte Farben in Schwarz, Grau und Weiß. Dazu einfach gehaltene Schnitte.  Das warten hat nun ein Ende und die Capsule Collection Women ist da!

Photo by Andreas Rentz/Getty Images for DER BERLINER MODE SALON

Ivanman #mbfwb

Intensives Blau, gemischt mit tiefem Schwarz. Das sind wohl die Farben die in der neuen Frühjahr/Sommer Kollektion 2018 von Ivanman klar hervorstechen.

Inspiriert wurde der Designer Ivan Mandzukic diesmal vom Aktionskünstler Joseph Beuys. Die für Beuys typische Weste kombiniert mit der klassischen Arbeitskleidung. Kunst und Arbeitskleidung harmoniert mit Schnürungen in einem Gelb oder Grün und den praktischen Taschen.

Ein Zusammenspiel, welches den Betrachter nicht an Aufmerksamkeit verlieren lässt. Ein sommerlicher Look und doch vereinzelt die typischen Ivanman Oversized Jacken und Mäntel in den Farben Schwarz und Blau. Trotz neuer Ideen, bleibt Ivanman auch in dieser Kollektion seinen alten Mustern wieder treu und schafft eine beeindruckende Mischung zwischen alt und neu.

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

IVANMAN MBFW Berlin SS18

Photos KOWA BERLIN

 

Insight #Mbfwb

Marcel Ostertag

“Revolution – MY REVOLUTION IS YOUR REVOLUTION.
DRIVEN BY CHANGE.
WHIPPED UP FROM FAR AWAY WITHOUT FORGETTING ORIGIN AND HOME.
A PATH THROUGH BRAMBLES AND CLEARINGS OVERGROWN WITH MOSS,
SHORTLY BEFORE THE HORIZON,
WHERE URBAN CONCRETE FORMATIONS SEEM COOL YET INVITING,
I SEE HER STANDING.
THE STRONG AND WONDERFUL THISTLE.
THE DOOR FROM FROM NATURE TO CITY IS OFTEN NOT EASY TO PASS.
TO DARE TO STEP OUT,
TO WALK ON WITHOUT FORGETTING TO LOOK AT
WHAT YOU HAVE LEFT BEHIND.
PROUD OF THE PAST, ALERT TOWARDS THE FUTURE.
MY REVOLUTION IS THE REVOLUTION OF FASHION.
TO CREATE THE VISIBLE AND STRONG FROM THE UNKNOWN.
GET UP, YOU STRONG AND WONDERFUL CREATURES
AND SHOW THE UNIFORM YOUR FIST.
FIGHT AGAINST BEING THE SAME AND REVOLUTIONISE YOURSELVES
WITH YOUR COURAGE AND YOUR PERSONALITY.
THE TIME HAS COME TO FINALLY BE WHO YOU HAVE ALWAYS BEEN:
YOURSELF. “

Die Models laufen fast in Zeitlupe über den Runway und präsentieren wunderschöne zarte Rüschenelemente, sowie lange Strickkleider kombiniert mit Sneakern. Doch vielmehr ist es diesmal der Gedankengang hinter seiner Kollektion, der wohl Alle berührt hat. ,,Ich möchte, dass wir uns ALLE mehr Zeit nehmen, bei allem was wir heute tun, sind wir zu schnell! Viel zu schnell. Ich mache da nicht mehr mit.“ Wahre Worte, die schon längst jemand hätte aussprechen sollen. Marcel Ostertag´s Kollektion kann man ab sofort nur noch kaufen, wenn man sie auch braucht und nicht direkt nach der Show. Er will ein Zeichen gegen Fast Fashion setzen. Seine Kollektion hat er in der Natur fotografieren lassen. Umgeben von Bäumen, Wasser und Gras. Die Bilder strahlen Ruhe und unglaubliche Schönheit aus. Sie spiegeln seine Worte deutlich wider: ,,Wir sollten uns mehr Zeit nehmen!“

Leonie Mergen

Inspiriert durch die Kultur Aserbaidschans, umgesetzt in weitfallenden Mäntel, charakteristische Ausschnitte und Accessoires aus Leder, welche an die Reittradition des Landes erinnern. Weiterhin findet man Seide, welche hochwertig eingearbeitet wurde in die schwarzen und weißen Stoffe. Die feinen und auch ausdrucksstarken Gürtel verleihen der Kleidung dabei den Hauch des Kulturerbes. „Karabakh Collection“ heißt ihre neue Kollektion und findet ihren Ursprung in der Bergkarabach- Region.

Ivanman

Ivan Mandzukic lässt den Betrachter einen Einblick in den Entstehungsprozess einer Kollektion gewähren. Seine Kollektion ist fertig und zugleich unfertig. Schnittmuster sind auf Jacken und Hosen gezeichnet, sowie Fäden welche noch unbeholfen an Pullovern herunterhängen. In Form von eingezeichneten farbigen Linien, die Anweisungen für Verarbeitungsschritte aufzeigen, wird der Schaffensprozess wegweisend visualisiert. Oversized Daunenmäntel in schwarz und weiß sind ein starker Kontrast zu den lilafarbenen Anzughosen und Pullovern. Die neue Kollektion widmet sich dem Zeitgeist und bleibt trotzdem dem unverwechselbaren IVANMAN Stil treu: Klare, einfache Linien im Zusammenspiel mit aufwändigen Details und kräftigen Farben.

Philomena Zanetti

Die Idee, der erste Entwurf und die Kreation gehen Hand in Hand mit der Kunst des Handwerks. Mit jedem Nadelstich, jeder von Hand geschlossenen Naht, jedem fertigen Kleidungsstück, werden Tradition und Gegenwart  miteinander verflochten.

Klassische Silhouetten werden durch feine und dezent eingesetzte Details ergänzt. Die Hingabe für ausser- und ungewöhnliche Materialien und die minutiöse Ausarbeitung lassen einen Blick unter die Oberfläche einer zuweilen verborgenen Fantasiewelt zu. Die Liebe und Wertschätzung des traditionellen Handwerkes erfährt hierbei mittels alt hergebrachter und neuartiger Techniken die Transformation in die technisierte Gegenwart. Die kräftige, dunkle Farbpalette greift die Manifestation der Fantasie in der Realität, mit Hilfe des Handwerkes als Erzählmedium, gleichsam auf und lädt die Trägerin zum Träumen ein.

 

 

 

 

 

Bildnachweis: Bon Parinya Wongwannawat

Dorothee Schumacher

Der Ursprung ihrer Eleganz ist ihre weibliche Intuition. Für sie ist Schönheit Freiheit. Alles ist Gefühl. Sophistication? Eine Symbiose aus Gegensätzen: Aus Streetwear, classic Tailoring und Modern Tribal Elementen entsteht ein neues Selbstverständnis.

Der Kontrast sind Long and Lean Cuts von Kleidern und Röcken, asymmetrische, fließende Saumlinien wirken spielerisch unaufgeregt. Stilbestimmend: Layering definiert die Silhouette.

Das Mantra für die neue Outerwear: Animalistic Modernism. Unterschiedliche Fellstrukturen, rough gepatcht, gewalkte Wolle, Lack und Jacquard sind die Basic für oversized Coats und kurze Jackets. #AMODERNTRIBE

Sadak

Die neue Kollektion von Sasa Kovacevic ist eine Zusammenarbeit mit HRH Prince Fahad Bin Al Saud und präsentiert wieder einmal typisierende Merkmale von Sadak. Oversized Hemden in Rot, Blau, Braun und Schwarz mit eingenähten Mustern in Schwarz und Weiß. Doch er schafft es den Betrachter wieder zu verblüffen, durch Hautfarbene und schwarze Netz Kappen, welche den gesamten Kopf umhüllen und verziert sind, mit dem typischen Sadakmuster. Zudem wird ab und zu etwas mehr Haut gezeigt, wie ein rückenfreies Jackett kombiniert mit einem längeren schwarzen Rock und weißen Socken. Aber auch durch die Netzhemden welche versteckt sind unter einer Art Schürze.

Holy Ghost

Es sind widerkehrende Blautöne, welche sich in Jacken, Kleidern oder weich fallenden Hemden widerfinden. Begleitend gibt es zarte Hosen aus Tüll oder einen durch Muster blickdurchlässigen Rock. Zudem sind es weiße Hemden mit schwarzen Punkten, welche sich auf Röcken, Hosen und Hemden befinden. Der mit Blumen verzierte Overall veranschaulicht einen Kontrast zu den sonstigen zarten Farben wie Weiß, Hellblau oder auch Khaki. Sous le Soleil heißt die Spring/Summer 2017 Kollektion von Holy Ghost.

 

 

Dawid Tomaszewski X Patrizia Aryton

Postmodern und minimalistisch, feminin und unisex verwoben in qualitativen Stoffen und Farben inspiriert von Marrakesch. Ein rotes Samtkleid welches sich zart an die weibliche Silhouette schmiegt und ein gelber Jacquard Suit, der eine kraftvolle Ausstrahlung verkörpert. Diese Kollektion ist eine Kooperation zwischen dem polnischen Ausnahmetalent Dawid Tomaszewski und dem polnischen Luxuslabel Patrizia Aryton, welches auf der Berliner Fashionweek präsentiert wurde.

27 atemberaubende Looks schweben über den Laufsteg und verzaubern durch außergewöhnliche Schnitte und der kraftvollen und zugleich femininen Ausstrahlung das Publikum mit der Intention dahinter Frauen glücklich zu machen. Es ist etwas Großes, etwas Besonderes und vor allem etwas Einzigartiges!

Wir haben Dawid Tomaszewski vor der Show zum Interview getroffen:

://CC Wie würden Sie Ihre Kollektion selbst beschreiben? Sie haben in Ihren Kollektionen immer einen Kunstaspekt der Sie begleitet, ist es diesmal wieder so?

D.T. Aryton hat mich gefragt ob ich eine Capsule Collection für sie mache, mit meinem Know-how und da spielen alle meine verwendeten Elemente aus der Vergangenheit eine Rolle. Wir haben ein bisschen Marrakesch, wir haben Bauhaus, alles was ich liebe! Besonders haben wir tolle Schnitte, der ganz typische Dawid Tomaszewski Schnitt und so viele ,,krass geile“ Mäntel, wenn ich das sagen darf. Ich würde sagen, ein bisschen 80er Jahre Yves Saint Laurent und Marrakesch colours. Neulich war ich sogar in der Villa von Yves Saint Laurent und da gab es so viele tolle Wände und Farben, was wir dann letztendlich in den Stoffen umgesetzt haben. Alles was ich jeden Tag so sehe, wie Streifen, blocking, Bauhaus ist dabei, sowie Military-Style. Zusammenfassend gesagt cross-over Dawid Tomaszewski verbunden mit Aryton.

://CC Wow! Wir sind schon jetzt begeistert, obwohl wir die Show noch nicht gesehen haben! Sie haben bereits für Sonia Rykiel und Comme de Garçons gearbeitet, beeinflussen Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit Ihre heutige Arbeit?

D.T. Oh das ist schon so lange her. Am Anfang habe ich gedacht, dass ich nie die Fehler machen werde, die dort gemacht wurden, auch bezogen auf Praktika die ich gemacht habe. Aber in den vergangen acht Jahren, habe ich genau diese Fehler getan, die ich eigentlich vermeiden wollte. Es ist halt so, man denkt man wäre intelligenter, dann fällt man hin und letztendlich lernt man daraus. Ich habe mein eigenes Label nun seit acht Jahren und bin einfach froh, dass ich überlebt habe. Ich kann weiter wachsen und so viele tolle Projekte angehen, wie diese mit Aryton. Man lernt jeden Tag erneut dazu! Besonders lerne ich so viel von meinen Kollegen, wir tauschen uns aus und dadurch kann man sehen, dass man nie fertig ist.

://CC Wahre Worte! Hatten Sie die Gründung Ihres eigenen Labels eigentlich schon immer vor Augen oder gab es einen besonderen Aspekt in Ihrem Leben, der dazu geführt hat?

D.T. Ich habe damals ein paar Nahpreise gewonnen, ab da habe ich gedacht, okay ich mache das! Eigentlich war es zunächst als Projekt gedacht und acht Jahre später stehe ich nun immer noch hier. Die Zeit vergeht so schnell.. Man macht es und macht es und macht es und es geht immer weiter.

://CC Würden Sie sagen, dass sich seitdem viel verändert hat?

D.T. Auf jeden Fall! Wenn es keine Steigerung oder Veränderungen geben würde, dann würde ich aufhören. Man muss sich immer wieder neu finden.

://CC Wenn Sie sehen, wo Sie heute stehen und zurückblicken auf Ihren Anfang, würden Sie Ihrem alten Ich einen Ratschlag geben?

D.T. Ja und zwar entspannter sein! Ich war so oft in der vergangen Zeit angespannt, verbissen und unnahbar. Jetzt bin ich ganz anders, aber es musste so sein! Man lernt einfach nie aus.

://CC Da haben Sie Recht, nur durch gesammelte Erfahrungen kommt man weiter und kann wachsen. Haben Sie denn eine absolute Traumvorstellung wo Sie noch mit Ihren Kollektionen hin möchten?

D.T. Wenn ich das sagen würde, wäre es kein Traum mehr. Es gibt so viele! Aber mein nächstes Projekt wird erst einmal Homewear sein. Ich bin gespannt, wie das wird. Der Rest meiner Träume, mal kieken, behalte ich erst einmal lieber für mich.

://CC Wie wahr, Träume gehen nur in Erfüllung, wenn man sie für sich selbst behält. Wir freuen uns auf Ihre gemeinsame Show mit Patrizia Aryton und das wir Sie treffen durften!

D.T. Danke euch! Ich freue mich auch schon sehr auf die Show und bin gespannt!

 

It’s The Fashion, Stupid!

,,Mode kennt heute keine Grenzen mehr; sie durchdringt alle Bereiche des Lebens. Was bedeutet das für die Gesellschaft – und wie ziehen wir Nutzen daraus? “

Unter diesem Motto hat die achte Zeitmagazin und Vogue Konferenz die Fashionweek in Berlin eingeleitet. Dazu wurden internationale Gäste von Anum Bashir, Creative Consultant and Influencer bis hin zu Chris Dercon, ehem. Direktor, Tate Gallery of Modern Art (London) eingeladen um über dieses Thema zu diskutieren und den Stellenwert der Mode in der heutigen Gesellschaft einzuordnen und klarzustellen.

Doch einen ganz besonderen Denkanstoß an den heutigen Stellenwert der Mode in der Gesellschaft hat wohl Livia Firth, Creative Director, Eco Age Ltd. gegeben. Nachdem sie nach Bangladesch gereist ist und verstanden hat, was Fast Fashion überhaupt bedeutet und geschockt war über die Zustände und den Stellenwert der Arbeiter in den Fabriken hat sie beschlossen ihr eigenes Label zu gründen um etwas zu verändern. Livia Firth ist der Meinung, dass es möglich ist, etwas zu verändern, es jedoch alleine in der Hand des Konsumenten liegt. Viel zu schnell kaufen wir heutzutage Klamotten, weil sie preiswert sind und verschwenden keinen weiteren Gedanken, was für ein grausamer Weg der Produktion dahinter steht.

Eco Age arbeitet inzwischen mit großen Labels zusammen und zeigt, dass eine Veränderung und ein Umdenken der Gesellschaft nicht unmöglich scheint.

Aber auch einer der wohl interessantesten Designer in Berlin, William Fan hat eine spezielle Sicht auf die Mode heutzutage. Für ihn gilt besonders, dass die Mode beständig und langlebig sein sollte, was er immer wieder in seinen Kollektionen widerspiegelt. Seine Klassiker sind ein weites Hemd, eine gut geschnittene weite Hose und ein Blazer.

Ingo Wilts, Chief Brand Officer, Hugo Boss hat in seinem Gespräch mit Christiane Arp, Chefredakteurin, Vogue besonders verdeutlicht, dass es in der Mode heute keine Grenzen mehr gibt. ,,Selbst die Frau kann weite Hosen anziehen.“

Christiane Arp hat die Konferenz mit sehr zutreffenden Worten beendet, ,,es zeigt, wie viele Facetten die Mode heutzutage hat.“

Im Gespräch Christiane Arp und Livia Firth. Foto: Vogue Germany

Christiane Arp

Christiane Arp

Livia Firth