Steinrohner

Édition Flora Steinrohner #mbfwb

Diesmal ist es wieder eine Reise durch die Natürlichkeit der Natur. Eine Welt der Blumen, wie die Biene von Blume zu Blume fliegt, fühlt sich das Publikum beim Anblick der neuen Kollektion Flora von Steinrohner. Schon bei Betreten des Catwalks wird klar, man ist in einer Welt des Blumenmeers gelandet. Es stehen große Vasen mit den buntesten und farbenprächtigsten Blumen am Rande des Catwalks, welche die Show unterstreichen sollen.

Viola, Iris, Tiger Lily und Butterblümchen heißen die verschiedenen Kreationen der Kollektion, passend zum Namen Flora. Der Betrachter schwebt in einer spannenden Fantasieblase zwischen feenhafter Kleidung und intensiven Farben wie gelb oder mal einem Silber dazwischen. Eine Mischung die auch die Blumenwelt verspricht. Aber nicht nur die Farben scheinen interessant, auch die Stoffe. Denn diesmal haben die beiden Designerinnen Inna Stein und Caroline Rohner mal etwas anderes gewagt und mit Plastik gearbeitet. Eine durchscheinende Plastikjacke mit zarten Blumenprints.

Die Kreationen sind so unterschiedlich und doch passen sie zusammen, wie die Welt der Blumen. Sie passen alle zueinander und können doch so verschieden sein. Mal farbenfroh, mal ein zartes leichtes Rosa oder ein helles Weiß, wie die Lilie. So zart wie die Lilie, haben die Beiden die Kreation Tiger Lily kreiert. Ein durchschimmerndes Kleid, mit weißen, abstehenden Lilien versehen. Wie die Lilie, so leicht scheint dieses Kleid über den Catwalk zu schweben und die Blicke auf sich zu ziehen.

 

Wir haben im Anschluss der Show Inna Stein zum Interview getroffen:

://CC Wie würdet ihr eure Kollektion selbst beschreiben?

Steinrohner Unsere neue Kollektion heißt Édition Flora. Inspirieren lassen haben wir uns durch Blumen, besonders durch die Vielfalt der verschiedenen Blumen. Auf das Thema sind wir durch ein Buch gekommen, welches Caroline von ihrem Vater geschenkt bekommen hat. In dem Buch sind alte Lithographien enthalten. Dann haben wir angefangen uns mit Lithographien näher zu beschäftigen und Dingen aus alten Zeiten. Der Aspekt was Altes in etwas Neues umzusetzen. Etwas Modernes zu schaffen aus etwas was schon älter ist. Das mit floralen Themen zu kombinieren. Wir haben ja immer natürliche Inspirationsquellen. Die bleiben immer zeitlos.

://CC Ihr habt euren Kollektionen verschiedene Namen gegeben, wie ist es dazu gekommen? Wie seit ihr darauf gekommen?

Steinrohner Jeder Stoff den wir ausgewählt haben, hat uns an eine andere Blume erinnert. Wie Jasmin, das ganz Plain weiße. Dann hatten wir aber auch Daisy, für den gewobenen Stoff mit den Fransen. Jeder Stoff und die Art diesen zu verarbeiten hat uns an eine Blume erinnert. Und wir benennen unsere Kollektionen immer nach natürlichen Themen.

://CC Und wie habt ihr eure Stoffe diesmal ausgewählt? Da ihr sogar Plastik verwendet habt.

Steinrohner Die Idee ist aus der Kooperation mit den Smartphone Cases entstanden. Wir wollten nicht nur die Cases, sondern auch richtige Teile aus Plastik kreieren. Also Taschen, Accessoires. Dann haben wir überlegt wie man das am besten umsetzen könnte. Ich hab das so in dieser Richtung auch noch nie gesehen.

://CC Wie war das dann mit der Verarbeitung? War das nicht besonders schwer?

Steinrohner Da musste man sehr lange ausprobieren. Das legt sich nicht, wie man das sonst kennt. Man kann das auch nicht nähen, sondern nieten. Dann musste man genau die Millimeter Angaben der Nieten Stärken herausfriemeln. Damit das auch wirklich alles klappt. Auch die Techniken, wir haben da viel mit Papier ausprobiert. Das hat uns wiederum an Blumenformen erinnert. Es gibt ja auch teilweise diese Origami Technik, welche wir mit einfließen lassen haben.

://CC Und zu eurer Kollektion hattet ihr diesmal teils silberne Schuhe mit intensiv gelben Strümpfen.

Steinrohner Das ist für uns ein Natürlich, Unnatürlich Kontrast. Wir finden es immer interessant mit Kontrasten zu arbeiten. Nicht immer ein Thema durchzuarbeiten, sondern auch Brüche zu schaffen. Latex ist ja eher aus der fetisch Branche, damit wollten wir das liebliche, der blumigen Ästhetik auflockern. Ein bisschen aufbrechen und etwas wagen.

://CC Das ist euch gelungen! Wie war eure Zusammenarbeit denn diesmal?

Steinrohner Wir haben sehr viel zusammengearbeitet wieder. Also viel zusammen geplant und eigentlich alles zusammen gemacht.

://CC Hat sich denn viel seit der letzten Fashionweek bei euch verändert?

Steinrohner Wir haben viel Aufmerksamkeit dazu gewonnen, sehr viel neue Fans, die sich jetzt auch etablieren. Neue Läden in Dublin, in der Schweiz und in Italien eröffnet. Daran wollen wir weiterhin anknüpfen.

Photos Michael Wittig

Symbiosis – Steinrohner

Inspiriert durch die Natur und die Umwelt erschaffen Inna Stein und Caroline Rohner jedesmal ein wahres Kunstwerk und auch dieses Mal wird der Betrachter hineingezogen in die Flechtenwelt, welche mit Perlen und Strukturen verziert ist und umzogen wird von Seidensamt und Netzstoff. Es ist wie eine Entdeckungsreise in die man hineinschlüpft und nicht wieder hinaus möchte.

Wir haben die zwei jungen Designer zum Interview getroffen, wo sie uns noch einmal einen tieferen Blick hinter ihre Kollektion und auch über ihre Gedankengänge und sich selbst gewährt haben.

 

://CC  Wie würdet ihr eure Kollektion in euren eigenen Worten beschreiben und wovon wurdet ihr speziell inspiriert?

Caroline Rohner  Wir haben uns von Flechten, Flechten auf Bäumen und Steinen inspirieren lassen und haben auch mit Fotos gearbeitet, welche mein Papa von den Bergen aus der Schweiz gemacht hat. Das ist der Ursprung für unsere Kollektion.

Inna Stein  Besonders haben uns dabei die Strukturen inspiriert, das flechtige, dieses weiche samtige. Das war der Grund weshalb wir uns entschieden haben mit Velvet zu arbeiten, weil das die Oberfläche dieser Strukturen perfekt wiedergibt und von diesen Strukturen sind wir auch auf den Namen Symbiosis gekommen. Es spiegelt das Zusammenkommen natürlicher Prozesse wider.

://CC Uns sind ganz besonders immer wieder die Streifen aufgefallen die in den samtigen Stoff eingearbeitet wurden.

Caroline Rohner  Die Strukturen haben auch zu den Formen geführt. Es ist auch oft so, dass wir uns erst einmal von dem Stoff inspirieren lassen und dann geht es weiter zur Silhouette.

://CC Das ist hört sich sehr interessant an. Aber wie genau läuft das nun bei euch beiden ab. Gibt es getrennte Aufgabenbereiche wofür jeder von euch verantwortlich ist?

Caroline Rohner  Gerade im Designprozess ist unsere Arbeit sehr verflossen. Wir stehen oft am selben Skizzenbuch und beide haben einen Stift in der Hand und der Eine fängt an und der Andere malt weiter.

://CC  Ihr macht also keine getrennten Skizzen?

Caroline Rohner  Nein eher nicht. Oft treffen wir uns auch im Urlaub und dort fangen wir dann an, da beide diese Eindrücke haben und dann teilt sich das.

://CC  Es gibt also keine Nachteile an einer Arbeit zu zweit?

Caroline Rohner  Doch beim Administrativen schon. Da teilen wir uns auch auf, damit es schneller geht.

Inna Stein  Damit man einfach nicht solange beschäftigt ist. Da können wir dann auch switchen, wenn zum Beispiel der Eine gerade nicht da ist, dann unterhalten wir uns kurz darüber wie das gemacht ist und dann briefen wir uns gegenseitig.

Caroline Rohner  Es ist aber einfach nicht so sehr geteilt bei uns.

://CC  Also habt ihr euch wirklich gefunden! Ihr habt euch auf der Uni kennengelernt, während eures Studiums. Wie ist es dann zur Gründung eures Labels letztendlich gekommen?

Inna Stein  Also jetzt gründen wir ein Label war das gar nicht. Wir arbeiten bereits seit 2008 zusammen, also seit bald 10 Jahren. Wir haben uns im Studium kennengelernt. Haben direkt das erste Projekt zusammen gestartet und haben dann nie mehr aufgehört weiter zusammen zu arbeiten.

Caroline Rohner  Das hat sich dann auch durch die französischen Strukturen und der Bildwelt ergeben, denn wir haben immer eine riesen Pinnwand und im Studium hat man sofort gesehen, welche Innas und meine ist. Es war einfach eine ähnliche Herangehensweise. Nach der Uni haben wir uns dann für den Berlin Showroom in Paris beworben und wurden auch genommen. Damit war dann auch sofort klar, wir probieren das! Wir wollten in diesem Moment auch nicht zu einem großen Haus gehen, obwohl wir auch Angebote zu zweit hatten, aber wir hatten zu viel Power nach der Uni, welche wir für uns nutzen wollten.

Inna Stein  Wir wollten einfach auf dem Zug weiterfahren!

://CC  Gibt es für euch eigentlich immer wiederkehrende Inspirationsquellen oder habt ihr sogar spezielle Vorbilder?

Caroline Rohner  Wir sind immer von der Natur inspiriert. Sie ist für uns nicht vergänglich und entwickelt sich immer weiter. Jeder kann sich damit identifizieren. Jeder hat seine eigenen Erinnerungen und Bilder. Das ist das was uns verbindet.

Inna Stein  Wir lassen uns aber auch von Reisen und den damit verbundenen Eindrücken inspirieren.

://CC  Also wie bei dieser Kollektion von den Bergen! Jetzt mal zum Thema Fashionweek, wie empfindet ihr diese?

Inna Stein  Besonders dieses Jahr freut uns natürlich sehr, dass es im Kaufhaus Jandorf stattfindet. Es ist wahnsinnig schön und einfach Berlin.

Caroline Rohner  Auch das die Architektur so mit eingebunden ist. Berlin hat so tolle Gebäude!

Inna Stein  Als wir gehört haben, dass es hier stattfinden soll, waren wir direkt begeistert! Wir hatten sofort Lust darauf.

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Insight #mbfw

Julian Zigerli

Präsentierte Julian Zigerli seine Mode bereits bei der Mailänder Fashionweek, ist er nun auch auf der Mercedes-Benz-Fashionweek in Berlin am Start. Am 08.07. bekommen die Zuschauer den Ort der Show per Sms mitgeteilt: »Geschichtspark Moabit«. Inmitten einer Ruinen gleichenden Szenerie laufen die Models, entführen uns mit ihren kleinen musikspielenden Boxen in der Hand in Zigerlis grotesk-schöne Welt. Von einer Mauer aus sitzend betrachten wir seine Show. Die Kollektion variiert, vom gelben Tanktop bis hin zum transparenten Strickpullover, vom schlichten Schwarz-Weiß bis hin zum bunten Anzug. Oft wiederzufinden sind die aquarellartig anmutenden Farben, aber auch einige Teile, welche auf die Kindheit plädieren. An den Händen, Füßen und auch am Hals der Models ist das auf dem Boden wachsende Gras wiederzufinden. Raffiniert drapiert, um so ein kunstvolles Ganzes zu erwirken. Zum Schluss gebietet Zigerli dem Publikum noch eine bessere Sicht auf seine Kollektion. Während die Models zwischen Bäumen stehen, machen wir Fotos von ihnen. Ein offener Showroom offenbart eine optimale Sicht auf alle Looks.

Ivanman

Am 07.07 sehen wir die ausschließliche Menswear Kollektion von Barton Fink. Grau und Schwarz dominieren bei den Hosen der Models. Doch bei den Oberteilen überrascht eine vielfältige Farbenpracht. Immer wiederkehrende Farben sind Rot, Gelb, Blau und Pink. Ob ein auffällig gelber Mantel zu einer grauen Anzughose oder mal ein rotes Hemd und darüber ein grauer Mantel. Immer ist Farbe mit im Spiel. Aber nicht nur Mäntel sind zu sehen, sondern auch neu interpretierte Bomberjacken in Rot oder in sich wiederholendem Grau. Barton Fink stellt einen faszinierenden Gegensatz von seinen feinen Stoffen der Anzughosen zu seinen groben Strickoberteilen in Pink, Gelb und Blau her.

Vektor

Kristina Pulijan und Martin Eichel zeigen am 07.07 ihre Spring Summer Kollektion. Wir sehen blaue und weiße Outfits mit viel Jeans und Netz. Auffällig ist, dass bei jedem Model Haut zu sehen ist. Mal ist es nur ein Netz Outfit und darunter blitzt Haut hervor oder ein kurzer Rock oder eine kurze Jeanshose. Die Designer bewegen sich mit ihrer Kollektion zwischen den Grenzen der Geschlechter. Wir sehen auch mal ein männliches Model mit einem durchsichtigem Rock und ein weibliches Model mit einem Jeans- Outfit, welches eher männlich wirkt. Die Frauen zeigen mit ihren streng geflochtenen Zöpfen ihre Weiblichkeit und ein Teil des kleinen Mädchens, was noch in ihnen steckt. Zu jedem Outfit tragen die Models weiße Sneaker, was den Streetstyle der Kollektion unterstützt.

Alexandra Tamele 

Die gerade mal 22-jährige Designerin bietet uns am ersten Tag der Fashion Week einen Blick auf ihre lässige Kollektion. Ein Showroom gibt uns einen intensiveren Eindruck auf die Looks. Es sind viele orangefarbige Jacken oder Shirts dabei, oder auch ein locker sitzendes Kleid mit dem Logo der Designerin in riesengroß. Die Stoffe sind entweder weich und gemütlich oder wirken seidig glatt. Zu dem immer wiederkehrenden Orange wird entweder etwas in derselben Farbe kombiniert oder etwas Beiges, was das Orange hervorstechen lässt. 10 Streetstyle Outfits dürfen wir bewundern und dank des Open Showrooms reichlich Fotos machen.

Hien Le 

Im Mai 2010 gründete Hien Le sein eigenes Modelabel und zeigte uns am Mittwoch früh morgens im bezaubernden Kronprinzenpalais seine Mode. Wir sind von der Einfachheit und der Hochwertigkeit der Outfits in den Bann gezogen. Es ist viel Farbe zu sehen, jedoch nicht knallige, sondern sehr zarte und weiche Töne und immer mal wieder etwas knalliges grünes. Eine Shorts, ein Kleid, ein Pullover in diesem Grasgrün. Wir sehen weiße Sneaker die die Einfachheit und die Schönheit der Kollektion unterstützen, aber es werden auch braune Sandalen kombiniert, die zu den Outfits sehr aufregend sind. Das gelegentlich auftauchende Khaki ist ein interessanter Gegensatz zu den pastellfarbenen Looks und fesselt den Blick des Betrachters.

Franziska Michael 

Schwarzlicht blendet uns, als wir am 08.07. auf den Catwalk der Stage gehen und unsere Plätze suchen. Ein scheinbares Lager am Anfang des Catwalks lässt uns neugierig werden. Das erste Model trägt einen durchsichtigen, glänzenden Mantel mit den Initialen der Designerin – »FM«. Der Mantel leuchtet in dem Schwarzlicht und gibt dem Betrachter ein ganz neues Bild von der Mode. Danach sehen wir Latzhosen aus Leder oder aus Jeans. Auch bei den männlichen Models finden wir die Farbe Rosa, womit die Designerin ein eindeutiges Zeichen setzt, dass die Farbe nicht nur Frauen tragen können, sondern auch Männer. Immer wieder sehen wir runde Brillen, auf den Köpfen der Models, die ein wenig an den Look der kleinen gelben Mainions erinnern.

Rebekka Ruétz 

Die junge Designerin absolvierte 2008 ihre Ausbildung als Modedesignerin an der AMD in München. Ein Jahr später gründete sie ihr gleichnamiges Modelabel und gewann einige Preise. Am zweiten Tag der FashionWeek präsentiert sie ihre Kollektion. Der Runway ist bis oben hin voll und alle sind gespannt. Die Models erinnern uns an Frida Kahlo. Die Designerin hat ihnen bunte Bänder oder Blumen ins Haar gebunden. Die natürlichen Augenbrauen sind hell retuschiert, darunter sind schwarze, langgezogene Augenbrauen zu erkennen, die Andeutung einer Mono-Augenbraue. Auch die Kollektion ist vielfältig und mit viel Farbe angereichert. Aber die übergroßen Gürtel der Models stechen am deutlichsten hervor. Als Rebekka Ruétz sich zum Ende ihrer Show noch einmal selbst zeigt, trägt sie ebenfalls ein Teil ihrer eigenen Kollektion.

One Wolf 

Die lettische Designerin Agnese Narnicka zeigte am Mittwochnachmittag in der Stage der Mercedes Benz Fashion Week ihre Spring Summer Kollektion. Die Mode gibt uns einen interessanten Einblick auf die stilvollen und experimentalen Schnitte der Designerin. Wir sehen ausschließlich sehr klassische Mode, aber hin und wieder auch einen Rucksack, der einem Schulranzen ähnelt oder eine weitere Hose, die dem Klassischen eine andere Sichtweise gibt. Auch hier gibt es ein sicher stetig wiederholendes Element: Alle Models tragen eine Schleife, die einem Schmetterling nachempfunden ist,  jedoch in unterschiedlichen Farben. Die Intensität der Farben ist dabei ein echter Eyecatcher.

Annelie Schubert 

Am Donnerstagmorgen sind wir bereits von der zarten, weichen und weiblichen Kollektion Annelie Schuberts fasziniert. Sie verwendet schwer aussehende Stoffe, die durch die Leichtigkeit der Farben jedoch wieder relativiert werden. Viel Beige und Schwarz sind zu sehen und dann blitzt ab und zu mal etwas Farbe hervor. Auch Fell ist zu sehen und wird von der Leichtigkeit der Kollektion angesteckt. Die Models tragen ausschließlich locker zurückgebundene Zöpfe, die das doch manchmal strenge eines Pferdeschwanzes verdängen.

Barre Noire 

Am Mittag des 09. Julis beglücken uns zwei Tänzerinnen der Barre Noire Show. Sie tanzen über den Runway, gekleidet in Outfits der Spring Summer Kollektion des Designers Timm Süssbrich. Das starke Blumenmuster wird begleitet von einer zarten hellblauen Bluse oder einem Wildleder-Oberteil. In seiner Kollektion sticht nicht nur das Blumenmuster ins Auge, sondern auch der Streifenlook, den der Designer am Ende selbst trägt. Weiße Outfits mit zarten, angedeuteten Streifen, dazu entweder ein gleich aussehendes Teil oder ein Overall in dem wieder selben Flower-Print sowie erdige Brauntöne. Am Ende beweist Timm Süssbrich seine Symphatie, als er mit den Tänzerinnen noch einmal gemeinsam das Tanzbein schwingt.

Steinrohner 

Das Berliner Label von Inna Stein und Caroline Rohner bekommt Inspiration von den verschiedensten Medien, ob es Bilder oder Geschichten sind oder auch mal ein kompletter Film, die sich dann in ihrer Mode widerspiegeln. Am 09.07. bewundern wir diese Kunst in der Stage der Fashion Week. Ein Open Showroom offenbart uns die verschiedensten Stoffe und Schnitte. Abstrakt anmutende Kleider und Röcke mit dicken weißen Fäden sind zu sehen. Eine schwarze kurze Regenjacke, die durch den leichten Rotstich und den edlen Stoff seine Eleganz beweist. Nicht nur Regenjacken werden präsentiert, sondern auch flauschige Regenschirme und die interessantesten Kopfbedeckungen. Zu diesen künstlerisch kreirten Looks tragen die Models Plateau-Sandalen mit einem silbernen Riemen.

Graduate Show HTW Berlin 

Am Abend des Donnerstages sehen wir noch die Graduate Show der HTW Berlin. Die Absolventen der Universität präsentieren ihre Kollektionen. Einer nach dem anderen. 40 Minuten dauert die Show an und es wird nie langweilig. Besonders die Designer Lea Semmel und Dana Kanin sind uns im Gedächtnis geblieben. Die Designerin Dana Kanin will sich selbst im Internet inszenieren und schafft sich eine eigene digitale Identität. Das spiegelt sich auch in ihrer Kollektion wider. Bodenlange Mäntel mit verschiedenen Buchstaben und Zeichen, die wie Programmiersprachen anmuten. Einige erkennbare Sätze sind abgebildet, wie zum Beispiel »Fuck You« oder »Future«. Aber auch die Kollektion von Lea Semmel ist beeindruckend – schlicht und doch nicht langweilig. Besonders auffällig sind die geraden Schnitte der Kollektion und einige technische Details, die sie mit in ihre Outfits fließen lässt. Ein gerader blauer Mantel zum Beispiel mit einem weißen Anhänger, der eine perfekte Symbiose aus Schnitt und Stoff ergibt.

Sammler Berlin 

Das junge Berliner Modelabel entwirft hauptsächlich Abendmode mit auffällig vielen Pailletten und teilweise auch Glitzer. Die langen bezaubernden Kleider scheinen über den Catwalk zu schweben. Jedes Outfit wirkt durch seine Schlichtheit und seinen Glamour elegant. Viel Weiß ist zu sehen und kaum Farbe, aber gerade das ist genug, da die Kleider lang und elegant sind und in ihrer Schlichtheit bereits perfekt scheinen.

Fyodor Golan 

Am letzten Tag der Fashion Week zeigten die Designer Fyodor und Golan ihre Kollektion auf dem Runway. Geometrie und Ästhetik spiegeln sich in ihrer Mode wider. Lässig und elegant ist es und das sind interessante Gegensätze, mit denen die Designer hier spielen. Es wirkt zunächst zu viel. Ein bunter Rock, eine hellblaue Jacke mit einem gelben Rand und bunten Ärmeln, dazu noch orangene Kniestrümpfe und hohe Plateauschuhe. Und das alles noch in Neon. Es ist aber eben durch diese Vielfältigkeit an einem kompletten Outfit so inspirierend und unglaublich. Die Designer schaffen es, dass es nicht zu chaotisch wirkt, sondern einfach perfekt faszinierend. Die Zuschauer sind in den Bann gezogen von den graziösen bunten Erscheinungen auf den Plateau-Highheels mit ebenso neonfarbenen Schnallen. Ein gelungener Abschluss der Fashion Week mit einem knallbunten Potpourri.