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Von der Muse geküsst

Wir ziehen uns gegenseitig an.
Magie liegt in der Luft, wenn wir beide den Raum betreten. Elektrisierend wirken wir auf stille Betrachter.
Du, von Anmut und Grazie umgeben.
Ich, von Kreativität und dir, der Muse geküsst.
Wir können nur miteinander.
Ohne uns sind wir nichts.
Jeder Sonnenstrahl wird eingefangen um deine Blüten blühen zu lassen. Jede Sekunde wird aufgesogen um Seide um deinen Körper zu drapieren. Ein Meer aus Blumen lasse ich für dich wachsen, damit du mich jeden Morgen aufs Neue küsst. 

..weit weg von jeglicher Schnelllebigkeit und Geschwindigkeit die unsere heutige Lebenszeit wie eine schwarze Wolke überzieht und uns geradewegs in den Stress hinein rasen lässt. Dabei verpassen wir das Schöne und das Besondere am Leben. Die einzigartigen Momente und Erlebnisse. 

Marcel Ostertag bewegt sich fernab dieser Zeit und möchte mit seinen Kollektionen wieder daran erinnern, dass es da noch etwas anderes gibt, als die Geschwindigkeit in unserem Leben, nämlich Zeit für das Schöne und Einzigartige. Für besondere Menschen mit Persönlichkeit die sich ihrer Wirkung auf andere bewusst sind und Haltung zeigen gegenüber Konsum und Nachhaltigkeit. In Ostertags Leben sind es besonders seine Mutter Doris Ostertag und seine Brand Managerin Julia Gockeln. Es sind seine Musen, welche auch die Inspirationsquelle seiner Spring/Summer Kollektion 2019 präsentieren. Wie von einer Muse geküsst, wird Ostertag durch seine Ideen geleitet und vollbringt eine inspirierende Linie voller Farben und Ausdruckskraft. 

Der florale Regenbogen der die Kollektion wie ein roter Faden durchzieht, soll als Zeichen des Aufbruchs, der Veränderung und Frieden stehen. Ein Symbol für Akzeptanz und Toleranz. Zum ersten Mal seit zwölf Jahren lässt der Designer auch Männer über den Laufsteg laufen, sie sollen das Thema ,,Gemeinsam kämpfen wir in einer Zeit des Aufbruchs“ unterstützen. 

Die Kollektion wird geleitet durch kraftvolle Farben wie Flieder und ein starkes Gelb und Orange. Es soll zarte Persönlichkeiten hervor heben und Ausstrahlung schenken. Zwischendurch sieht man leichtere und weichere Farben wie helle Pflaumenfarben und Rosatöne in Verbindung mit Rüschen, die dem Zarten wieder etwas mehr Selbstbewusstsein verleihen. 

Die Irisblüte wird als Allover-Print in der Linie eingesetzt und zeigt damit eine Hingabe zur Natur und Gelassenheit. Es soll an Frieden und Ruhe erinnern, besonders in Zeiten der Schnelllebigkeit. 

Fotos: Lookbook Marcel Ostertag Muse Spring Summer 2019 – WilkPR

Stella Lavinia | Trails

Eine Designerin die ein Konzept hat, was uns auf Anhieb sympathisch erscheint. Stella Lavinia’s Kollektion beruht auf dem Motto slow fashion. Die Kleidung soll über mehrere Saisons getragen werden. Ein Weg, weg von dem heutigen Stress und Druck. Im August 2016 hat sie ihren Modedesign Abschluss an der Best-Sabel Schule in Berlin gemacht. Die Kollektion Memento Vivere hat den Absolventenpreis gewonnen.

Nun hat sie eine neue Kollektion entworfen. Trails beruht auf alten Kriegsbriefen von ihrem Großvater. Im Jahr 2012 besuchte sie während ihrer USA Reise Huntsville, den Ort an dem ihr Großvater Krieg stationiert und als Architekt tätig war.

Die Designerin beschäftigte sich mit der Zeitepoche und besonders mit der Mode aus den 40er Jahren. Verwendung von Materialien wie Seide, Wolle und Schnittführungen wie Tellerröcke und Morgenmäntel. Sie kreierte und entwickelte eine Kollektion ihrer eigenen Interpretation. Die Kleidung erscheint oftmals sehr ausgefallen, aber trotz allem tragbar.

Stella Lavinia setzt auf Farben, aus Erfahrungen ihrer Kindheit auf Mallorca. Sie verwendet zudem Seide, Wolle und Baumwolle, wichtig sind ihr hochwertige Stoffe. Ihre Kleidung wird in Berlin produziert, von der Idee bis zum fertigem Produkt.

In Kürze wird ein Onlineshop eingerichtet und im Oktober soll ein Pop-Up Store eröffnet werden.

Auf der Fashionweek Berlin hat sie bereits einen bleibenden Eindruck hinterlassen!

 

Photography by Lucas Christiansen

Hair & Makeup by Melissa Righi

 

Change is hard at first | Mykke Hofmann

Es ist ein neues Kapitel des Labels holyGhost. Die zwei Designerinnen Jelena Hofmann und Sedina Halilovic haben sich einen neuen Namen für ihr Label überlegt. Nachdem sie in ihrer gemeinsamen Schulzeit erkannt haben, dass sie beide dasselbe Werte und Modeverständnis aufbringen, gründeten sie holyGhost. Sie teilten eine Ansicht „Was eine Frau trägt, sollte sie nicht nur schön aussehen lassen, sondern ihr Selbstbewusstsein und ihren Charakter unterstützen“

Nachdem sie sich den ersten Herausforderungen eines eigenen Labels stellen mussten, führen sie ihr Unternehmen heute mit sechs Mitarbeitern, einem Store und ihrer eigenen Produktionsstätte in Serbien. Ihr Streben nach hohem Maß an Qualität und fairen Arbeitsbedingungen unterstreichen ihr Label und ihre Arbeit.

Der Name holyGhost unterliegt seit langer Zeit einem großen Rechtsstreit und es schien, als ob die zwei Designerinnen diesen verlieren würden. Also haben sie sich entschlossen mit der Reife ihres Labels und ihrer Erfahrung sich einen neuen Namen für ihr gemeinsames Label zu überlegen. Daraus entstand Mykke Hofmann. Er setzt sich aus Sedinas Spitznamen und Jelenas Nachnamen zusammen. Genau wie ihre Herangehensweise an ihren Kollektionen. Sedinas etwas rebellische und intuitiver Arbeit und Jelenas rationaler und reflektierter Gedanke.

„Wir haben uns ganz bewusst für einen Namen entschieden, hinter dem wir uns nicht verstecken, sondern der aus uns herauskommt“, erklärt Jelena.

Nur der Name bleibt neu, Mykke Hofmann setzt weiterhin dort an, wo holyGhost aufgehört hat. Ihr Grundgedanke und ihre Arbeit bleiben bestehen. Holistische Herangehensweise, cleane Silhouetten verbunden mit fließenden und natürlichen Stoffen.

„Wir bleiben unserer DNA natürlich treu. Der Namensänderung ist aber ein langer Prozess vorangegangen, in dem wir uns auf das besinnt haben, worin wir unsere wirklichen Stärken sehen. Der Kollektionsumfang wurde stark reduziert. Wir ziehen mehr denn je Qualität der Quantität vor und stecken noch mehr Herzblut in Design und Verarbeitung, bis alles perfekt ist“, sagt Sedina.

 

Nun haben sie auf der Berliner Fashionweek ihre erste Kollektion mit ihrem neuen Labelnamen Mykke Hofmann präsentiert. Die Spring | Summer 2018 Kollektion ist geprägt durch clear design, graphic forms und natural colors. Inspiriert hat sie dabei zum einen der spanische Architekt der Postmoderne Ricardo Bofill, der mexikanische Architekt Luis Barragan und Ricardo Legorreta, ebenfalls ein mexikanischer Architekt.

 

Photos Antonia Weber

Édition Flora Steinrohner #mbfwb

Diesmal ist es wieder eine Reise durch die Natürlichkeit der Natur. Eine Welt der Blumen, wie die Biene von Blume zu Blume fliegt, fühlt sich das Publikum beim Anblick der neuen Kollektion Flora von Steinrohner. Schon bei Betreten des Catwalks wird klar, man ist in einer Welt des Blumenmeers gelandet. Es stehen große Vasen mit den buntesten und farbenprächtigsten Blumen am Rande des Catwalks, welche die Show unterstreichen sollen.

Viola, Iris, Tiger Lily und Butterblümchen heißen die verschiedenen Kreationen der Kollektion, passend zum Namen Flora. Der Betrachter schwebt in einer spannenden Fantasieblase zwischen feenhafter Kleidung und intensiven Farben wie gelb oder mal einem Silber dazwischen. Eine Mischung die auch die Blumenwelt verspricht. Aber nicht nur die Farben scheinen interessant, auch die Stoffe. Denn diesmal haben die beiden Designerinnen Inna Stein und Caroline Rohner mal etwas anderes gewagt und mit Plastik gearbeitet. Eine durchscheinende Plastikjacke mit zarten Blumenprints.

Die Kreationen sind so unterschiedlich und doch passen sie zusammen, wie die Welt der Blumen. Sie passen alle zueinander und können doch so verschieden sein. Mal farbenfroh, mal ein zartes leichtes Rosa oder ein helles Weiß, wie die Lilie. So zart wie die Lilie, haben die Beiden die Kreation Tiger Lily kreiert. Ein durchschimmerndes Kleid, mit weißen, abstehenden Lilien versehen. Wie die Lilie, so leicht scheint dieses Kleid über den Catwalk zu schweben und die Blicke auf sich zu ziehen.

 

Wir haben im Anschluss der Show Inna Stein zum Interview getroffen:

://CC Wie würdet ihr eure Kollektion selbst beschreiben?

Steinrohner Unsere neue Kollektion heißt Édition Flora. Inspirieren lassen haben wir uns durch Blumen, besonders durch die Vielfalt der verschiedenen Blumen. Auf das Thema sind wir durch ein Buch gekommen, welches Caroline von ihrem Vater geschenkt bekommen hat. In dem Buch sind alte Lithographien enthalten. Dann haben wir angefangen uns mit Lithographien näher zu beschäftigen und Dingen aus alten Zeiten. Der Aspekt was Altes in etwas Neues umzusetzen. Etwas Modernes zu schaffen aus etwas was schon älter ist. Das mit floralen Themen zu kombinieren. Wir haben ja immer natürliche Inspirationsquellen. Die bleiben immer zeitlos.

://CC Ihr habt euren Kollektionen verschiedene Namen gegeben, wie ist es dazu gekommen? Wie seit ihr darauf gekommen?

Steinrohner Jeder Stoff den wir ausgewählt haben, hat uns an eine andere Blume erinnert. Wie Jasmin, das ganz Plain weiße. Dann hatten wir aber auch Daisy, für den gewobenen Stoff mit den Fransen. Jeder Stoff und die Art diesen zu verarbeiten hat uns an eine Blume erinnert. Und wir benennen unsere Kollektionen immer nach natürlichen Themen.

://CC Und wie habt ihr eure Stoffe diesmal ausgewählt? Da ihr sogar Plastik verwendet habt.

Steinrohner Die Idee ist aus der Kooperation mit den Smartphone Cases entstanden. Wir wollten nicht nur die Cases, sondern auch richtige Teile aus Plastik kreieren. Also Taschen, Accessoires. Dann haben wir überlegt wie man das am besten umsetzen könnte. Ich hab das so in dieser Richtung auch noch nie gesehen.

://CC Wie war das dann mit der Verarbeitung? War das nicht besonders schwer?

Steinrohner Da musste man sehr lange ausprobieren. Das legt sich nicht, wie man das sonst kennt. Man kann das auch nicht nähen, sondern nieten. Dann musste man genau die Millimeter Angaben der Nieten Stärken herausfriemeln. Damit das auch wirklich alles klappt. Auch die Techniken, wir haben da viel mit Papier ausprobiert. Das hat uns wiederum an Blumenformen erinnert. Es gibt ja auch teilweise diese Origami Technik, welche wir mit einfließen lassen haben.

://CC Und zu eurer Kollektion hattet ihr diesmal teils silberne Schuhe mit intensiv gelben Strümpfen.

Steinrohner Das ist für uns ein Natürlich, Unnatürlich Kontrast. Wir finden es immer interessant mit Kontrasten zu arbeiten. Nicht immer ein Thema durchzuarbeiten, sondern auch Brüche zu schaffen. Latex ist ja eher aus der fetisch Branche, damit wollten wir das liebliche, der blumigen Ästhetik auflockern. Ein bisschen aufbrechen und etwas wagen.

://CC Das ist euch gelungen! Wie war eure Zusammenarbeit denn diesmal?

Steinrohner Wir haben sehr viel zusammengearbeitet wieder. Also viel zusammen geplant und eigentlich alles zusammen gemacht.

://CC Hat sich denn viel seit der letzten Fashionweek bei euch verändert?

Steinrohner Wir haben viel Aufmerksamkeit dazu gewonnen, sehr viel neue Fans, die sich jetzt auch etablieren. Neue Läden in Dublin, in der Schweiz und in Italien eröffnet. Daran wollen wir weiterhin anknüpfen.

Photos Michael Wittig