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Der Visualist einer nicht perfekten Schönheit

Foto: Jirka Jansch, 2017 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Foto: Jirka Jansch, 2017 © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

 

So viel Natur, Landschaft und Nähe zur Natürlichkeit bis hin zur Normalität schafft nur Juergen Teller seinem Publikum entgegenzubringen. Mit seiner Kunst kommt er nach seiner Zeit in London zurück in seine Heimat Deutschland. Nun läuft seine Ausstellung „ENJOY YOUR LIFE!“ bis zum 03. Juli im Martin Gropius-Bau in Berlin. Er setzt den Fokus immer mehr auf seine Heimat, Deutschland.

Dieser Eindruck wird bereits im ersten Raum der Ausstellung vermittelt. Er trägt den Namen „I love my Mum, I love Germany“. Es ist ein tief emotionales Thema von Teller, welches er in seinen Arbeiten hervorhebt. Der rote Faden der Ausstellung hangelt sich entlang an Wäldern und Landschaften. Er ist auf der Suche nach seinen Wurzeln und den Fragen „Wo komme ich her?“ „Was macht mich aus?“. Diese Auseinandersetzung endet im letzten Raum mit kanadischen Waldlandschaften.

Sein Stilmittel ist das Porträt. Er schafft es eine nicht perfekte Schönheit zu visualisieren. Dabei bindet er seine Familie und besonders seine Mutter immer mit ein. Sie stellen Bindeglieder einer Überschneidung von kommerzieller und nicht kommerzieller Fotografie dar. Mit den Werken „Irene im Wald“, 2012 oder auch „Bilder und Texte“, 2011 widmet er sich an seine Jugend und Heimat.

Er offenbart dabei sein intimstes privat Leben und seiner Ehefrau, seinen Kindern. Er scheut nicht davor sein Leben preiszugeben und stellt sich selbst, mit seiner Frau, Kindern und seiner Mutter nackt auf dem Grab seines Vaters dar.

Der Titel „ENJOY YOUR LIFE!“ ist die Synthese Tellers Weltanschauung, welche an die Extreme der Normalität getrieben wird. Sie soll dem Betrachter das Gefühl der Glückseligkeit vermitteln.

Juergen Teller erwartet von seinen Modellen die Bereitschaft zum Unverfälschten und Ungeschönten, so, wie sein ehrlicher, neugieriger und unverstellter Blick auf das Motiv. Er bekleidet sie mit ihrer eigenen Haut. Die Charaktere die er abgelichtet hat, sind nun Bewohner seines eigenen Waldes.

„Was mich letztlich einzig und allein interessiert, ist die Interaktion zwischen zwei Menschen. Einer von denen bin ich, der Fotograf. Und wenn mich diese Begegnungen berühren, dann ist es gut.“-Juergen Teller. 

Juergen Teller: Anne & Elisa No.1, Man About Town Magazine Cover Spring/Summer 2016 © Juergen Teller

Juergen Teller Peter Lindbergh kissing my Mum, Schloss Bellevue, Berlin 2016 © Juergen Teller

Juergen Teller: Peter Lindbergh kissing my Mum, Schloss Bellevue, Berlin 2016 © Juergen Teller

Juergen Teller Vivienne Westwood No. 3 London 2009 © Juergen Teller

Juergen Teller: Vivienne Westwood No. 3 London 2009 © Juergen Teller

Juergen Teller Charlotte Rampling, a Fox, and a Plate No.15, Latimer Road, London 2016 © Juergen Teller

Juergen Teller: Charlotte Rampling, a Fox, and a Plate No.15, Latimer Road, London 2016 © Juergen Teller

 

Trippen

Trippen ist ein Berliner Label, welches sich ganz bewusst auf Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit und Langlebigkeit konzentriert und diese Dinge mit einer gewissen Ästhetik verbindet.

Die Designer Angela Spieth und Michael Oehler hatten die Idee, Schuhe auf eine andere Art und Weise zu entwerfen und herzustellen. Sie konzentrierten sich auf den Austausch von einzelnen Komponenten um sich so der Nachhaltigkeit hinzugeben. Dabei war ihnen aber auch die Ästhetik sehr wichtig, weshalb einer ihrer Hauptinspirationsquellen die Tradition des Bauhaus darstellt, sowie die Stilrichtung des Konstruktivismus.

Des Weiteren finden sich Inspirationen in der Russischen Avantgarde wieder. Die geometrischen Arbeiten des Malers Kasimir Malewitsch und auch die grafischen Skizzen und Architekturprojekte von Wladimir Tatlin.

Die Kollektion Frühjahr/Sommer 2017 lehnt an Einflüssen aus Architektur, Malerei und Fotografie. Dabei hat ganz speziell die Fotoserie eines befreundeten Grafikers eine große Rolle gespielt, deren Zeitschriftenportraits mit Pflanzenteilen zu Collagen zusammengefügt wurden. Es soll beim Betrachter Irritation ausgelöst werden, was sich in der Kollektion bei dem Wechsel aufgenähter, geprägter oder foliierter Streifen mit dem Zusammenspiel der darunterliegenden Schaftteile widerspiegelt.

Die Schuhe haben einen unverwechselbaren Wiedererkennungswert, durch die besondere Schnitttechnik und ihre Gestaltung, weshalb auch bereits einige Designer, wie Issey Miyake eine Kollaboration mit dem Label eingegangen sind. Aber auch eine Vielzahl internationaler Designpreise unterstreichen den Erfolg des Labels.